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Muster - Tourist-Information |
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**Sillans-la-Cascade**
Ort: Sillans-la-Cascade
Region: Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département: Var
Einwohner: rund 900
Lage: Im Hinterland der Verdon-Region, etwa 60 Kilometer nördlich von Saint-Tropez und 40 Kilometer östlich von Draguignan. Das Dorf liegt auf einem Felsenplateau über dem Tal des Flusses Vaïre, umgeben von Kiefernwäldern, Olivenhainen und trockenem Maquis. Die berühmte Cascade de Sillans stürzt rund 90 Meter in die Schlucht – eine der höchsten natürlichen Wasserfälle der Provence.
Gründung & Geschichte
Sillans existiert seit dem Mittelalter. Erstmals erwähnt im 11. Jahrhundert als *Sillano*. Lange ein landwirtschaftlicher Weiler, geprägt von Schafhaltung, Olivenöl und Korkherstellung. Die strategische Lage auf einem Felsen bot Schutz vor Plünderern.
Im 19. Jahrhundert verfiel das Dorf langsam, als junge Leute in die Städte zogen. Erst in den 1970er-Jahren kehrten Handwerker, Künstler und Naturliebhaber zurück – angezogen von der Stille, dem Wasserfall und der Unberührtheit des Tals.
Ein alter Hirte sagte einmal: „L’eau ici ne coule pas – elle parle.“
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**Anreise, beste Reisezeit & Unterkunft**
Erreichbar über die D562 von Draguignan oder der D24 von Aups. Kein Bahnhof; nächster Zugang: Gare de Les Arcs–Draguignan (dann Auto notwendig).
Beste Reisezeit: April bis Juni oder September bis Oktober. Dann blüht der Ginster, das Wasser im Vaïre ist klar, der Wasserfall stark, aber nicht überlaufen. Im Hochsommer trocknet der Fluss oft teilweise aus; der Zugang zur Cascade kann dann gesperrt sein.
Unterkünfte: Kleine Chambres d’Hôtes, Gîtes in restaurierten Steinhäusern, ein einfaches Hôtel im Dorfkern. Keine großen Resorts – wer hier übernachtet, sucht Ruhe, nicht Service.
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**Sehenswürdigkeiten**
Cascade de Sillans: Natürlicher Wasserfall, 90 Meter Höhe. Zugang über einen gut markierten, aber steilen Pfad (ca. 30 Minuten Fußweg vom Parkplatz). Blick von unten: Wasser stürzt in eine smaragdgrüne Grotte. Im Frühjahr tosend, im Spätsommer oft nur ein silbriger Faden.
Dorfmittelpunkt: Place de la Mairie mit altem Brunnen, Café und Blick über das Vaïre-Tal.
Chapelle Sainte-Anne: Kleine Kapelle am Dorfrand, aus dem 17. Jahrhundert, selten geöffnet, aber immer zugänglich.
Wanderwege: Mehrere Schleifen führen durch die Schlucht, vorbei an alten Mühlen, Trockenmauern und Quellen. Der *Sentier des Gorges du Vaïre* ist besonders lohnend.
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**Marktszene**
Kleiner Wochenmarkt samstags auf der Place de la Mairie: Olivenöl aus eigener Presse, Honig aus Kastanienblüten, Ziegenkäse, getrocknete Kräuter, hausgemachte Quittenpaste.
Ein Imker sagt: „Le miel ici sent la pierre chaude et le thym – pas le pot.“
Mittags sitzen Einheimische im Schatten des Café de la Cascade, trinken Rosé, reden über Regen, Oliven und die neuesten Wanderer, die wieder den falschen Pfad genommen haben.
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**Volksfest**
Kein großes Fest. Aber jedes Jahr im August: *Fête de l’Eau et du Pain*.
Dorfbäcker backt Brot im Holzofen, Kinder spielen am Brunnen, abends liest ein lokaler Autor Texte über Flüsse und Erinnerung.
Keine Musikband, keine Lichter – nur Stimmen, das Rauschen des Windes und manchmal, wenn es geregnet hat, das ferne Grollen des Wassers im Tal.
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**Prominente Persönlichkeiten und Legenden**
Keine berühmten Namen. Aber Erinnerung an die *charbonniers* – Köhler, die bis ins 20. Jahrhundert Holzkohle für Schmieden in den Städten herstellten.
Legenden erzählen von einem verborgenen Quell unter dem Wasserfall, dessen Wasser Heilkräfte haben soll. Einige kommen noch heute, füllen Flaschen, sagen aber niemandem, wo genau sie trinken.
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**Literarisch-poetischer Nachklang**
Sillans ist kein Ziel.
Es ist eine Pause.
Das Dorf hält sich am Felsen fest,
während unten das Wasser
seinen Namen ruft –
leise,
immer wieder.
Wer hier bleibt,
lernt nicht viel.
Aber er hört,
wie Steine atmen.
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