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Fotos aus Frankreich  
   
   
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Muster - Tourist-Information  
   

 

 
   

 

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**Sigolsheim**
Ort: Sigolsheim
Region: Grand Est
Département: Haut-Rhin
Einwohner: rund 800
Lage: Im Herzen des Elsass, am Fuße der Vogesen, etwa 10 Kilometer westlich von Colmar. Das Dorf liegt auf einer Anhöhe über dem Fecht-Tal, umgeben von Weinbergen der Route des Vins d’Alsace. Blick Richtung Osten: Ebene, Rhein, Schwarzwald. Blick Richtung Westen: Dichte Wälder, steile Hänge, Gipfel bei über 1.000 Metern.

Gründung & Geschichte
Sigolsheim existiert seit dem 8. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 742. Lange geprägt von Landwirtschaft, Weinbau und der strategischen Lage an der Grenze zwischen deutschen und französischen Einflusszonen.
Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört – im Januar 1945 bei Kämpfen zwischen der US-Armee und der Wehrmacht. Die Kirche St. Pierre, das Schloss, fast alle Häuser brannten. Heute wirkt das Dorf friedlich, fast idyllisch – doch viele Mauern sind neu, und alte Fotos im Rathaus zeigen, was war.
Ein ehemaliger Lehrer schrieb: „Nous n’avons pas reconstruit un village – nous avons recousu une mémoire.“

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**Anreise, beste Reisezeit & Unterkunft**
Erreichbar über die D10 (von Colmar) oder die D430 (von Munster). Kein Bahnhof im Ort; nächster Halt: Colmar (SNCF, TGV-Anbindung).
Beste Reisezeit: April bis Juni oder September bis Oktober. Dann blühen die Obstbäume oder färben sich die Weinberge rot-gold. Wenig Touristen, gute Bedingungen zum Wandern und Verkosten.
Unterkünfte: Ein kleines Hôtel-Restaurant im Zentrum (z. B. *Auberge du Rempart*), einige Gîtes in restaurierten Winzerhäusern. Viele mit Blick über die Reben bis zum Rheintal.

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**Sehenswürdigkeiten**
Église Saint-Pierre: Wiederaufgebaut nach 1945, Glockenturm mit Uhr aus dem 17. Jahrhundert – eines der wenigen erhaltenen Elemente.
Château de Sigolsheim: Ruine einer mittelalterlichen Burg oberhalb des Dorfes. Kein Museum, kein Eintritt – nur freier Blick über das Tal.
Weinberge der Grand Cru *Kessler*: Einer der ältesten Grand Crus des Elsass. Steile Lagen, mineralischer Boden, Riesling und Gewürztraminer von hoher Dichte.
Wanderwege: Teil des *Sentier des Vignes* – gut markiert, führt durch Rebstöcke, kleine Kapellen, alte Weinkeller.

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**Marktszene**
Kein Wochenmarkt im Dorf. Dafür Winzer mit Direktverkauf: oft freitags nachmittags im Hof, manchmal nur auf Anfrage.
„Goûtez, c’est le travail de la pente“, sagt ein Winzer und reicht ein Glas Riesling.
Im Dorfladen: Baeckeoffe-Zutaten, Sauerkraut aus eigenem Fass, Quetsche (Zwetschgenbrand), Eier von Hühnern aus dem Tal.
Mittags sitzen Handwerker und Rentner im *Café du Centre*, trinken Weißwein mit Wasser („Schorle à l’alsacienne“), reden Deutsch, Französisch oder Dialekt – je nach Generation.

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**Volksfest**
Weinfest im September: *Fête des Vignerons*.
Kein Karussell, keine Disco. Dafür Holztische unter Kastanien, lokale Wurst, Flammkuchen, Weine der 20 Winzerfamilien.
Abends spielt ein Akkordeonist alte elsässische Lieder. Keiner tanzt, aber alle singen leise mit.
Ein Gast aus Straßburg sagt: „Ici, le vin n’est pas une marchandise – c’est une manière de respirer.“

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**Prominente Persönlichkeiten und Legenden**
Keine berühmten Namen. Aber Respekt vor den Winzern, die nach dem Krieg Reben pflanzten, wo Granaten lagen.
Legenden erzählen von einem unterirdischen Gang zwischen Kirche und Burg – angeblich Fluchtweg für Mönche. Niemand hat ihn gesehen. Aber man zeigt Kindern die Stelle, wo er beginnen soll.

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**Literarisch-poetischer Nachklang**

Sigolsheim trägt seine Geschichte
nicht im Namen,
sondern im Boden.
Jede Rebe wächst
dort, wo früher
ein Fenster war.

Der Wind kommt aus dem Tal,
streift die Ruine,
geht weiter –
ohne zu fragen,
ob man französisch oder deutsch
heute antwortet.

Und der Wein
schmeckt trotzdem
nach Licht.

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