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Fotos aus Frankreich  
   
   
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Pignans - Tourist-Information  
   

 

 
   

Pignans – Zwischen Weinreben, Wind und dem Duft der Provence

Ort: Pignans
Region: Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département: Var (83)
Lage: Zwischen Toulon und Le Luc, am Fuß des Massif des Maures
Einwohner: ca. 3.200
Tourismusbüro:
Office de Tourisme de Pignans
Place de la Mairie, 83790 Pignans
Tél. 04.94.13.53.90
Courriel: contact@pignans-tourisme.fr
Geöffnet: ganzjährig, Montag bis Samstag 9 – 12 Uhr und 14 – 18 Uhr


Ein Dorf im Herzen der Provence

Pignans liegt wie ein stilles Juwel im Schatten der großen, berühmten Nachbarn Hyères und Le Lavandou. Wer hierher kommt, sucht nicht das Spektakel, sondern den Duft von Lavendel, das Glitzern des Weins im Glas und das Zirpen der Grillen in der warmen Luft.

Als ich das erste Mal nach Pignans kam, fuhr ich über eine schmale Landstraße, die sich durch Weinberge und Olivenhaine schlängelte. Der Himmel war wolkenlos, die Luft schwer vom Duft der Pinien. Auf dem Dorfplatz saßen drei ältere Männer unter einer Platane und spielten Boule. Einer von ihnen lächelte und sagte, als er meinen neugierigen Blick bemerkte:

„Ici, on vit doucement. – Hier lebt man langsam.“

Und tatsächlich – in Pignans scheint die Zeit einen anderen Rhythmus zu haben.


Landschaft und Anreise

Die Anfahrt führt durch die provenzalische Hügellandschaft, vorbei an Weingütern, deren Namen klingen wie kleine Gedichte: Domaine des Terrasses d’Eole, Château Léoube, Les Fouques. Die Region ist Teil der berühmten Route des Vins de Provence, und fast jedes Gut lädt zu Verkostungen ein.

Wer aus Toulon kommt, erreicht Pignans in etwa 40 Minuten. Der kleine Bahnhof am Ortsrand wirkt, als wäre er aus einer anderen Zeit – ein Relikt der Belle Époque, an dem die Züge gemächlich vorbeiziehen.

Ein älterer Bahnmitarbeiter erzählte mir:

„Früher kamen die Städter hierher, um die Hitze zu vergessen. Heute kommen sie, um sich an das Leben zu erinnern.“


Das Dorfleben

Das Zentrum von Pignans wird vom Uhrturm überragt, einem Wahrzeichen aus dem 16. Jahrhundert. Um ihn herum schmiegen sich enge Gassen mit hellen Steinhäusern, deren Fensterläden in Pastellfarben leuchten – Himmelblau, Ocker, Rosé.

Auf dem Platz vor der Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul riecht es nach frischem Baguette. Die Dorfbäckerei Chez Martine ist ein Treffpunkt für alle – morgens Bauern in Gummistiefeln, mittags Radfahrer, nachmittags Kinder mit Eis in der Hand.

Martine, die Bäckerin, sagte mir:

„In Pignans reden wir über alles – aber nie über Eile. Brot braucht Zeit, und das Leben auch.“


Sehenswürdigkeiten und Geschichte

Pignans wurde im Mittelalter erstmals erwähnt, und die Spuren dieser Zeit sind bis heute sichtbar: die Stadtmauern, der Uhrturm, die romanische Kapelle Sainte-Magdeleine. Vom Hügel über dem Dorf bietet sich ein weiter Blick über die Weinberge bis zum Massif des Maures – eine Landschaft, die mit dem Licht spielt.

Etwas außerhalb liegt das Sanctuaire Notre-Dame-des-Anges, ein Wallfahrtsort in 767 Metern Höhe. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem der schönsten Panoramablicke der Provence belohnt. Bei klarer Sicht kann man bis zum Meer schauen.

Ein Wanderer, den ich dort traf, sagte mit leuchtenden Augen:

„Von hier oben siehst du, warum die Provence gemalt wurde – sie ist ein einziger Pinselstrich aus Licht.“


Wein, Küche und Lebensart

Pignans lebt vom Wein. Rund um das Dorf erstrecken sich Hunderte Hektar Reben, die hervorragende Côtes de Provence-Weine hervorbringen. Besonders bekannt ist der Rosé – frisch, trocken, mit einem Hauch von Grapefruit und Kräutern.

In der Cave des Vignerons de Pignans kann man sich durch die Jahrgänge probieren. Der Kellermeister sagte augenzwinkernd:

„Ein guter Rosé redet nicht – er singt.“

Zur Küche gehört, was die Provence ausmacht: Olivenöl, Ziegenkäse, Ratatouille, Thymian, Rosmarin und natürlich Knoblauch. Im Restaurant Le Saint-Jean wird auf der Terrasse unter Pinien serviert – und wenn der Wind vom Mittelmeer her weht, bringt er das Salz des Südens mit.


Unterkunft und Camping

Wer übernachten möchte, findet in Pignans charmante Gästehäuser. Besonders empfehlenswert ist das Mas de la Source, ein altes Landhaus mit Pool und weitem Blick über die Hügel. Morgens weckt einen das Krähen des Hahns, und beim Frühstück duftet der Kaffee nach Vanille und Mandeln.

Für Reisende mit Zelt oder Wohnmobil gibt es den Camping de la Cascade – klein, ruhig und mit einem Bachlauf, in dem Kinder Frösche fangen. Abends sitzen dort alle zusammen, trinken Wein und erzählen Geschichten.

Ein junger Camper erzählte mir:

„Ich kam nur für zwei Nächte – geblieben bin ich zwei Wochen. Pignans hat mich eingefangen.“


Kultur und Tradition

Im Juli feiert das Dorf das Fête de la Saint-Jean, mit Tanz, Musik und einem riesigen Feuer, das auf der Place de la Mairie entzündet wird. Dazu erklingt provenzalische Folklore, und die Menschen tanzen barfuß bis tief in die Nacht.

Im Herbst findet das Weinfest statt – eine Hommage an die Winzer und ihre Arbeit. Dann riecht das ganze Dorf nach Trauben, Most und Holz.

Ein Winzer erzählte mir lachend:

„In Pignans machen wir keinen Wein – wir machen Erinnerung in Flaschen.“


Persönliche Eindrücke

Ich habe Pignans an einem heißen Augustnachmittag besucht. Es war siestazeit, die Gassen leer, das Licht flirrte. Nur das Zirpen der Grillen war zu hören. Ich setzte mich auf die Bank vor dem Rathaus, und ein lauer Wind wehte den Duft von Pinien und warmem Stein herüber.

Pignans ist kein Ort, den man besichtigt. Es ist ein Ort, den man fühlt – langsam, sinnlich, leise.

„Hier bleibt man nicht, weil es spannend ist“, sagte mir ein alter Mann, „sondern weil es echt ist.“

Und das trifft es: Pignans ist das Herz der Provence in ihrer stillsten, ehrlichsten Form.


Fazit

Pignans ist wie ein Glas Rosé im Abendlicht: leicht, klar, doch mit Tiefe. Ein Ort für Reisende, nicht für Touristen – für jene, die den Süden nicht nur sehen, sondern schmecken wollen.

„Wer die Provence sucht, findet sie in Pignans – zwischen Stein, Wein und Stille.“


Pignans

 

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