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Fotos aus Frankreich  
   
   
   
   
Favone - Tourist-Information  
   

 

 
   

 

Favone – Das Blau, das bleibt

Ort: Favone
Region: Korsika
Département: Corse-du-Sud
Einwohner: ca. 150 (in der Nebensaison)
Lage: An der Ostküste Korsikas, zwischen Solenzara und Porto-Vecchio, in einer weiten Bucht mit türkisblauem Wasser und hellem Sandstrand.
Gründung & Geschichte: Früher nur eine kleine Fischersiedlung, im 20. Jahrhundert durch den Küstentourismus gewachsen. Heute ein stiller Badeort, der im Frühling den Atem anhält und im Sommer aufblüht.


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Favone ist einer jener Orte, an denen das Meer zuerst spricht. Noch bevor man das Schild am Straßenrand liest, riecht man Salz, Algen, Pinienharz. Die Küstenstraße schlängelt sich zwischen Felsen und dem endlosen Blau, und plötzlich öffnet sich die Landschaft – eine Bucht, so klar, dass selbst das Licht darin baden möchte.

Am Dienstagmorgen herrscht auf dem kleinen Platz hinter der Bucht Markttag. Zwei, drei Stände nur, aber sie genügen: Obst aus dem Hinterland, korsischer Käse, Honig mit dem Duft von Macchia, und Wein aus den Hügeln von Conca. Der Verkäufer mit dem wettergegerbten Gesicht sagt:
„Le vin, c’est la mémoire du soleil.“
Der Wein ist das Gedächtnis der Sonne.
Und während er den Becher hebt, scheint die Sonne ihm recht zu geben.

Die Tage in Favone beginnen früh. Wenn die Sonne über den Pinien aufgeht, steht das Licht golden auf den Wellen. Fischer fahren hinaus, die Netze werfen Schatten auf das Wasser. In der Luft liegt das Summen der Zikaden, der ferne Klang von Motorbooten, das Lachen eines Kindes am Strand. Gegen Mittag riecht die Luft nach warmem Sand, nach gegrilltem Fisch, nach Rosmarin.

Über den Hügeln, im Hinterland, feiert man im August das Festa di l’Estate, das Sommerfest. Dann kommen die Menschen aus den umliegenden Weilern, es gibt Musik, Tanz, und ein Feuerwerk spiegelt sich über dem Meer. Ein alter Akkordeonspieler spielt Dio vi salvi Regina, und die Kinder laufen barfuß im Kreis. In Favone tanzt man langsam – mit Wind im Haar und Salz auf der Haut.

Wenn der Abend kommt, sitzt man auf der Terrasse einer kleinen Taverne, hört das Klirren der Gläser, sieht, wie die Sonne im Meer versinkt. Der Himmel brennt, das Meer schweigt, und alles scheint für einen Augenblick zu warten – auf nichts, auf alles.

Eine Frau aus Lyon, die jedes Jahr hier Urlaub macht, sagte einmal:
„Favone, c’est le silence qui brille.“
Favone ist das Schweigen, das leuchtet.

Und vielleicht ist das das Geheimnis dieses Ortes: Er sagt wenig, aber er bleibt.


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Nachklang von Favone

Das Meer atmet – langsam, weit,
der Wind erzählt von Ewigkeit.
Ein Dorf, ein Strand, ein leiser Ton –
Favone, Traum aus Salz und Sonn’.

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